Digitale Transformation Energiewirtschaft

Herausforderungen in der Energiewirtschaft – Digitalisierung, Transformation und Wettbewerb

Derzeit ist der Begriff Digitalisierung in aller Munde. Insbesondere in der Energiewirtschaft bricht für die Unternehmen eine neue Zeit an. Auf der einen Seite wird durch den Ausbau von Erneuerbaren Energien die Möglichkeit gegeben, Energie auch dezentral zu erzeugen und zu verbrauchen, was zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder führt. Auf der anderen Seite befinden sich die „alten“ Energieversorger, die ihr Geschäftsmodell überdenken und sich in gewisser Weise neu erfinden müssen. (Erle, 2016)

Die Entwicklung ist in vollem Gange

Neben der Energiewende ist die Digitalisierung das Top-Thema in der Energiewirtschaft. Der Stromanbieter wird mit einem Klick online gewechselt. Rechnungen, Zählerstände oder Umzüge lassen sich ebenfalls digital einsehen und erfassen. Die Energieversorger haben also erkannt, dass sie auf den fahrenden Zug aufspringen müssen. Allerdings zeigt eine Studie von PwC auch, dass in bestimmten Bereichen noch akuter Handlungsbedarf besteht. (Müller, 2017)

Mangelnde Digitalisierungsstrategie

Zwar ist den Energieversorgern bewusst, dass die Digitalisierung ein Kernthema in der Branche ist, aber ein Konzept haben die meisten von ihnen nicht in ihrer Schreibtischschublade. Nur jeder sechste Energieversorger in Deutschland hat bisher eine Digitalisierungsstrategie für das eigene Unternehmen entwickelt. Allerdings gaben über die Hälfte von Ihnen an, zukünftig an einer solchen arbeiten zu wollen. Insbesondere die kleinen Energieversorgungsunternehmen (EVU) haben sich noch nicht detailliert mit dem Thema auseinandergesetzt. Von den großen EVU mit mehr als 50.000 Kunden haben bereits 8 von 10 eine Strategie ausgearbeitet. (PwC, 2016)

Optimierung der Kernprozesse steht im Vordergrund

Die meisten Energieversorger sehen sich mittlerweile als Infrastrukturunternehmen und legen deshalb ihren Fokus auf die Digitalisierung ihrer Kernkompetenzen und die damit verbundenen Geschäftsprozesse wie die Abrechnung und das Forderungsmanagement. Damit soll eine Steigerung der Effizienz und gleichzeitig eine Verringerung der Kosten erreicht werden. Auch der Prozess des Energiehandels wird zunehmend von der Digitalisierung beeinflusst. Insbesondere durch den Aufbau und die Nutzung virtueller Kraftwerke soll die Erzeugung und Verteilung von Energie effizienter erfolgen. (PwC, 2016)

In der folgenden Abbildung werden die Prioritäten der Investitionsvorhaben der Energieversorger dargestellt:

Digitalisierung Ranking

Quelle: Eigene Abb. in Anlehnung an PwC, 2016

Neue Chancen und Herausforderungen

In ein paar Jahren – darüber sind sich alle einig – sieht der Energiemarkt anders aus als heute. Und viele Energieversorger, allen voran traditionelle Erzeuger und Dienstleister, stehen den Veränderungen skeptisch gegenüber. Und das teilweise aus gutem Grund: Die Margen aus den bisherigen Geschäftsmodellen wie dem Strom- oder Gashandel werden immer geringer, im Gegenzug erhöht sich die Anzahl der Marktteilnehmer und der damit verbundene Konkurrenzkampf.

Die EVUs sind somit fast gezwungen neue Geschäftsfelder zu entwickeln und diese voranzutreiben.  Dies birgt auch ein enormes Chancenpotenzial, beispielsweise durch Erweiterung der Kundenkanäle um ein innovatives Online-Portal, das mit einem Smart-Grid-System verbunden werden kann. Sind die Voraussetzungen geschaffen, können Kunden mit verschiedensten neuen Produkten und Dienstleistungen gewonnen werden, die über das bisherige Kerngeschäft hinausgehen. Weitere Potenziale könnten sich bei dem Vertrieb von Energiespeichern oder dem Ausbau der Elektromobilität aufdecken.

Nutzen der aktuellen Situation

Auch wenn Sorgen bei den EVU durchaus angebracht sind, sollte die aktuelle Situation genutzt werden, um auf den Digitalisierungs-Zug aufzuspringen und das Unternehmen auf die zukünftigen Herausforderungen einzustellen. Nach dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ muss den EVU bewusst werden, dass sich in den traditionellen Geschäftsfeldern alleine auf lange Sicht nicht mehr genug Geld erwirtschaften lässt und es unvermeidbar ist, neue Strategien zu entwickeln. Der richtige Zeitpunkt dafür ist genau jetzt.

Gerne diskutieren wir mit Ihnen die Herausforderungen und Chancen des Energieversorgers vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der Energiewende. Kommen Sie gerne auf uns zu.

Kontakt:
Manuel Janke
Manuel.Janke@affinis.de